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Alle abgebildeten Arbeiten:

ter Hell, 2004
Marker auf Zeichenkarton
je 30 x 40 cm.


ter Hell

Matrix Key

Bestimmung der Konstanten des Zusammenhalts.
In Bildern und Worten: Angebot zum Erkennen.


Im Blick auf unsere Zivilisation als Status Quo im bewegten Prozess sind drei Haltungen dazu möglich:

1. Verweilen im Status Quo als Desinteressierter.
2. Handeln im Sinne der Restauration bzw. als Vertreter gleichgeschalteter Gegensätze im Lager der Profiteure.
3. Handeln im Bewusstsein der notwendigen Veränderungen im verkanteten System.


Mit den abgebildeten Zeichnungen zeige ich die Strukturen menschlichen Zusammenlebens, die den Status Quo begründen (Mindshape) und die Möglichkeit eines neuen Verstehens von Bildern / Visualisierungen mittels pro•zessualer Anschauung.


I. Die Frage nach der Zukunftsfähigkeit in der Todesgesellschaft

Rezeption durch die Maschine – Ekelmedien – TV – Informationsgesellschaft bedeutet ungehinderte Manipulation durch Suggestion in Profitinteresse, bedeutet Massenverblödung und Freibrief für totalitäre Organisation.

Der militärisch-industrielle Komplex fördert affirmative Kultur, tötet freiheitliche Ansätze, seine Performance ist an Infamität nicht zu überbieten.

Begriffsmuster werden als Struktur propagiert, grundlegende Gesetze werden geleugnet, Vereinbarungen werden als natürlich behauptet, so scheint also die Trinität als Quadratur von Natur gesellschaftlich verwirklicht.

Die Aufgabe, Ressourcen gerecht zu verteilen wird privatisiert und die Chancen der Mehrheit der Menschheit werden durch Heeresmacht gegen Null reduziert. Der Geist unterliegt durch Orientierung am Gipfel der Unverschämtheit den Maßstäben des Stoffwechsels.

Der mögliche atomare Overkill ist die 100% Zäsur und zwingt zur Einsicht / Umkehr.

Die menschliche Potenz liegt in der Konsens-Metamorphose, möglich durch interdisziplinäres Bewusstsein.


II. Matrix

Mindshape / Transformation / Prozessuale Anschauung machen meine Malerei zum Teil interdisziplinärer Erkenntniswissenschaft. Matrix ist die Bezeichnung der Resultate meiner Bezügeananyse von Leben und Tod als Struktur, der Möglichkeiten, die das Bild Bezüge I von 1981 beinhalten kann. Matrix als Blick auf unsere gesellschaftlichen Lebenszusammenhänge und Malerei proportio•naler Relationen gliedert sich in

a) Mindshape – entspricht erster Natur – und
b) Vision – entspricht zweiter Natur –

und programmiert die Visualisierung folgender Elemente (ohne menschliches Zutun):

a1) Energie und Materie
Appearance
Ordnung
Evolutionärer Prozess

sowie der Konstanten (mit Menschen)

Dualismus
ABC-Struktur: A-Struktur --- 1 und nicht eins (Prinzip)
B-Struktur --- 1 und null (Erfahrung)
C-Struktur --- 1 (prinzipielle Erfahrung)
proportionale Relation: Die Überwindung des Dualismus durch Verzahnung von z.B. der Relation Organisation und Menschlichkeit.
doppelter Horizont: Die Konsequenz der bewussten Entscheidung.

Die Konstanten konstituieren den Status Quo, zu sehen als Diagramm des logi•schen Zusammenhangs, der Status Quo als Struktur.

Die Verbindung Ordnung, evolutionärer Prozess und Dualismus ergibt das Kreative Prinzip. Das Kreative Prinzip eröffnet der Bildenden Kunst den Link ins Linguistische. Mit dem kreativen Prinzip, verstanden als

Dualismus = DAS
Evolutionärer Prozess = SO
Ordnung = WIE

ergibt sich ein Spiel von

DAS WIE SO
WIE SO DAS
SO DAS WIE

das sogenannte DWS. DWS ist Interface, in der spielerischen Austauschbarkeit verwandt den Möglichkeiten elektronischer Medien. Multivision.

Mindshape zeigt sich in der Kombination aus Multivision – der punktuell-visuell gerasterten Bildwelt moderner Visualisierung – und der Erfahrung zeitlichen Ablaufs des Geschehens als Erscheinungsbild.

Mindshape ist zusammengefaßt: Status Quo, der im Prozess von Transforma•tion durch Energietransfer steht. Die Elemente der Mindshape sind als zeitlose Strukturen im Großen wie im Kleinen gültig, d.h. in Wandlungsprozessen des Einzelnen ebenso wie jenen in gesellschaftlichen Zusammenhängen.

Mindshape / Bildanalyse

hat die Art und Weise (Bewegung und Wahrnehmungsgrundlagen, die imma•nent jedem Bild/ Visualisierung sind) heraus kristallisiert und definiert, was Abstraktion meint.
Der operative Schwerpunkt des Erscheinungsbildes ist die proportionale Relation des Verhältnisses von z.B. staatlicher Organisation und Menschlichkeit. Die Natur des strukturellen Gewebes „Erscheinungsbild“ ist im Großen wie im Kleinen sowie in Ausdehnung, Durchdringung und in momentaner Permanenz (totalitär im Verständnis). Der analytische Rahmen (Mindshape) ist für Bilder aller Epochen gültig. Teil der Struktur ist Bedingung der Struktur. Das Erscheinungsbild ist bestimmt durch die Anwendung der Struktur.
Mindshape als Teil von Matrix gibt den Fundus für künftige Kompositionen.

b1) die Vision

Die Vision ist sinnvolle Transformation des Erscheinungsbildes durch

1. dessen Wahrnehmung,
2. das Erscheinen von revolutionärer Energie und
3. bewusste Einflussnahme.

Ein Bildbegriff VISION, der die Wechselbeziehung von Kunstwerk als Form•inhalt ebenso wie Rahmen Sein, sowie eine Rezeption reziproker Interaktion als gleichzeitig ansieht, sieht Malerei als Resultat und Moment interdisziplinären Bewußtseins.
Produktion und Rezeption folgen dem Prinzip prozessualer Anschauung, d.h., durch Erkennen der zeitlich ablaufenden Zusammenhänge zu Wandlung mit einer Vision der Änderung zu gelangen. Prozessuale Anschauung thematisiert Wandlung (Begegnung zweier Elemente) und versteht Wahrnehmung als aktiven, bedingten, fortdauernden Prozess. Die Malerei zeigt Neues Sehen. Wandlungen erfolgen durch Umgewichtung der Konditionen innerhalb der proportionalen Relation. Dieses Neue Sehen steht als Erweiterung der geübten Methode des Beobachtens der Zentralperspektive, nun nach Kubismus und elektronischer Multivision, im Gegensatz zu der Fokussierung auf Einzelbilder und derlei Schaltungen.

In unserer Epoche der Wissensgesellschaft führt Matrix zum Relationswechsel der Kunst und ihrem Sinn für die Gemeinschaft. Die formellen Proportionen zur Erfahrung der Welt wandeln sich zur inhaltlichen Prämisse. Das Verhältnis von formalem Verständnis und ehemalige Inhalte sind überholt und somit Formali•tät. KEY ist das Wesen der prozessualen Anschauung. Die Kunst geht eine neue Beziehung zum Wissen und dem Erkenntnisinstrument „interdisziplinäres Bewusstsein“ ein, ist nicht mehr Mittel zum Gleichzug mit der Schöpfung, son•dern deren Rettung. ENERGIE-MATERIE-SATZ.

III. Struktur und Hoffnung

Weiteres Arbeitsgebiet ist die Beziehung der Menschen zur Struktur, z.B. Ver•ortung menschlicher Bedürfnisse im System, wie Zusammenspiel in Balancen. Um zum WIR-Bewusstsein zu gelangen, empfiehlt sich der Blick von Außen auf unsere Zusammenhänge, sozusagen die Global-Ansicht. Vom Erscheinungs•bild ist zu lernen: Organische Zusammenhänge werden technisch simuliert und in zweiter Wahrnehmungsstruktur wird das Technische als natürlich verinnerlicht. Unterschiedlich ist die Interessenlage und damit Anwendung menschlicher Errungenschaften bei vorhandenem Willen zur Veränderung. Hilfreich ist es nicht, die Reaktion auf Ordnung bereits für Wahrnehmung zu halten, wichtig ist Wahrnehmung von Ordnungen vor Organisation, von Grundlagen in offenem Prozess. D.h., eine zweite Reaktion, die Langzeitwirkung sensationellen Ge•schehens ist oft erst in späterer Reaktion zu ermessen.

Im Lehrplan für menschliche Bildung steht die Notwendigkeit radikalen Umden•kens ganz oben auf dem Plan um eine Zukunft für die Menschheit zu ermög•lichen. Widerstand muss geleistet werden. Solidarität geübt, Technik relativiert im Sinne von Neupositionierung im Dienste der Menschheit werden etc.. Die Mobilisierung der Menschheit für Menschlichkeit, für komplette Demokratie und Änderung ihrer wirtschaftlichen Systematik. Dazu sollte der herrschenden Prämisse Dualismus der ENERGIE-MATERIE-SATZ vorangestellt werden. Die Konsequenz des Dualismus ist Dualismus. Die Konsequenz von Energie-Materie ist Energie-Materie.

Es folgt die Praxis.
ter Hell 2004



© 2004 ter Hell, Berlin